Eine weithergeholte Idee wird wahr – die Geschichte der KI

Apr 28, 2020

Angesichts der atemberaubenden Ergebnisse, die die künstliche Intelligenz derzeit bezüglich einer Vielzahl hochkomplexer Aufgaben liefert, von denen noch vor wenigen Jahren niemand erwartet hätte, dass sie, wenn überhaupt, von etwas anderem als einem Menschen, der auf dem jeweiligen Gebiet ein fortgeschrittenes Niveau erreicht hat erbracht würden, ist das Einzige, worüber das Groß der Gesellschaft besorgt zu sein scheint, dass die KI-Algorithmen zu mächtig werden und zu einer potenziellen Bedrohung für gewisse Existenzen oder sogar die Menschheit im Allgemeinen avancieren. Allerdings verlief der Aufstieg der mittlerweile renommiertesten Informatik-Subdomäne keineswegs so nahtlos, wie es ihre gegenwärtige Dominanz vermuten lässt, was uns zu einem Rückblick veranlasst.

Die ersten Konzepte von mit einer menschenähnlichen Intelligenz ausgestatteten künstlichen Wesen gehen auf die antike Geschichte zurück, in der aus Bronze gebaute Riesen, die die Insel Kreta beschützten, ihren Weg in die griechische Mythologie fanden und Automaten, die des Tanzens uns Singens fähig waren, den ihren in die chinesische. Doch erst 1941, als der erste programmierbare Computer der Welt unter dem Namen Z3 von Konrad Zuse vorgestellt wurde, trat ein System ins Rampenlicht, das als im Besitz des Potenzials galt, eines Tages die Anforderungen zu erfüllen, mit denen das Wirtdasein für intelligentes Verhalten einhergeht.

Basierend auf den jüngsten Erkenntnissen der Neurologie, welche nahelegten, dass das Gehirn ein Netzwerk von bei ausreichender Stimulation feuernden Neuronen ist, gekoppelt mit Claude Shannons neu begründeter Informationstheorie und Alan Turings erbrachtem Beweis, dass jede Berechnung digital beschrieben werden kann, entstand ein allgemeiner Konsens über die Realisierbarkeit von autonomen kognitiven Systemen. Dies ebnete den Weg für die Konzeption der ersten künstlichen neuronalen Netze, woraufhin die künstliche Intelligenz auf der Konferenz von Dartmouth im Jahre 1956 als veritable wissenschaftliche Domäne etabliert wurde. Ein Schneeballeffekt war losgetreten und somit das eingeläutet, was heute als das goldene Zeitalter der KI bezeichnet wird. Forscher entwickelten eine Vielzahl von Algorithmen, Wissen hinsichtlich ihrer jeweiligen Eignung für verschiedene Aufgaben wurde aufgebaut und die Computer wurden immer leistungsfähiger. Sowohl der Optimismus als auch die Erwartungen waren damals hoch, was die immense Finanzierung rechtfertigte, von der der gesamte Wissenschaftszweig profitierte. Gegen 1970 wurde die Errungenschaft einer Maschine, die die Intelligenz eines Menschen besitzt, lediglich als eine Frage von 3 bis 8 Jahren betrachtet. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten Anspruch und Realität bereits begonnen, merklich auseinander zu gehen. Der anhaltende Mangel an Computerspeicher, welcher die Erstellung von parameterreichen Modellen unmöglich machte, erwies sich als unüberwindbares Hindernis, was zu unzureichenden Ergebnissen in den Konzeptnachweisaufgaben wie Sprachverarbeitung, logischem Schlussfolgern und Mustererkennung führte. Die Investoren kehrten der Forschung den Rücken, und es dauerte in der Folge fast 10 Jahre, bis der KI-Funke erneut entzündet wurde.

Dies war einerseits darauf zurückzuführen, dass John Hopfield und David Rumelhart die ersten deep learning Techniken popularisierten, die es Computern ermöglichten, aus Erfahrungen zu lernen, sowie andererseits auf Edward Feigenbaums Entwicklung eines so genannten Expertensystems, das die Entscheidungsfindung menschlicher Experten imitieren und darauf basierend Novizen ausgeklügelte Problemlösungsstrategien bieten konnte. Dies veranlasste Japan im Zuge seines Computerprojekts der fünften Generation von 1982 bis 1990 zur Tätigung von enormen Investitionen, deren Ziel, künstliche Intelligenz als Ganzes auf die nächste Stufe zu heben, wiederum nicht erreicht wurde. In der Abwesenheit öffentlicher Erwartungen und dem mittlerweile vertrauten Mangel an Finanzmitteln zum Trotz, florierte KI im darauffolgenden Jahrzehnt jedoch beträchtlich, was 1997 zur Niederlage des Schachweltmeisters Gary Kasparov gegen das von IBM entwickelte Programm Deep Blue und dadurch der nachhaltigen Festigung des Wissenschaftsbereichs führte. In der Folge öffneten sich durch die immensen Hardwareverbesserungen und Datenquellen, die der Beginn des 21. Jahrhunderts mit sich brachte, gänzlich neue Türen für die Forschung, was eine Lawine von bahnbrechenden, auf das maschinelle Lernen zurückgehenden Errungenschaften in Bewegung setzte, von denen eine die Besiegung des damaligen Go Weltmeisters durch AlphaGo, ein vom Google Brain Team kreiertes Programm im Jahr 2017 darstellte, was aufgrund der enormen Komplexität des Brettspiels, welches weit mehr mögliche Stellungen bietet als es Atome im gesamten Universum gibt, damals besonders viel Aufmerksamkeit generierte.

Heutzutage gibt es kaum eine wissenschaftliche Domäne oder großes Technologieunternehmen, das zwecks Prozessautomatisierung oder Inferenzunterstützung nicht auf künstliche Intelligenz zurückgreift. Zudem erfährt der Alltag eine bemerkenswerte Automatisierung, und selbst kreative Dienstleistungen beginnen, von ihr zu profitieren.

Auch wir bei Wandelbots machen insofern von ihr Gebrauch, als dass wir intelligente Algorithmen in unser Produkt integrieren, welche die tatsächliche Intention aus der rauschbehafteten Eingabe, die die Pfaddemonstration durch den Menschen zwangsläufig darstellt, zu registrieren im Stande sind, was das Teachen von Robotern noch leichtgängiger werden lässt und die für die Erstellung komplexer Prozesse benötigte Zeit weiter verkürzt. Ich für meinen Teil bin echt gespannt zu sehen, wohin uns der gewissenhafte Ausbau dieser einst surreal anmutenden Technologie noch wird bringen können.

„Der neue Frühling in der KI ist die wichtigste Entwicklung in der Informatik in meiner Lebenszeit. Jeden Monat gibt es verblüffende neue Anwendungen und transformative neue Techniken. Aber solche mächtigen Werkzeuge bringen auch neue Fragen und Verantwortlichkeiten mit sich.“

Sergey Brin
Founder of Google

Über den Autor

Janek Zangenberg

AI Werksstudent

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