Wandelbots wird Gründungsmitglied des neuen Industriebeirats des Robotics Institute Germany (RIG)
RIG will Deutschlands Stärke in der Forschung in praktisch eingesetzte Physical AI überführen. Als eines der Gründungsmitglieder baut Wandelbots an der Brücke mit, die prägen wird, wofür „Made in Germany“ in der nächsten Generation der Robotik steht.
In den vergangenen zehn Jahren wurde die Geschichte der KI in Rechenzentren geschrieben. Das nächste Kapitel entsteht in Fabrikhallen, Lagerhäusern und auf Baustellen – überall dort, wo körperliche Arbeit stattfindet. Anders als beim Wettlauf um KI-Software wird hier nicht gewinnen, wer das größte Modell hat. Entscheidend wird sein, wer aus Spitzenforschung Roboter macht, die zuverlässig und sicher im industriellen Maßstab eingesetzt werden können. Das ist ebenso eine Herausforderung für die Fertigungsindustrie wie für die KI-Forschung. Deutschland und Europa sind hier im Vergleich gut aufgestellt diese Herausforderung zu meistern – wenn sie es gemeinsam angehen.
Auf dieser Überzeugung beruht das Robotics Institute Germany (RIG).
RIG ist eine nationale Initiative, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 20 Millionen Euro gefördert wird. Sie vereint zehn führende Universitäten und vier große Forschungseinrichtungen – darunter das DLR, das DFKI, das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und Fraunhofer. Hinzu kommen mehr als 100 leitende Forschende, 16 assoziierte Hochschulpartner und zwölf Forschungscluster. Ihre Themen reichen von Foundation Models für die Robotik über die Fortbewegung auf Beinen und die Manipulation von Objekten bis hin zur industriellen Sicherheit.
Auf dem Papier ist das genau die gebündelte Exzellenz, die Deutschland zu einem weltweit führenden Standort für KI-gestützte Robotik machen sollte. In der Praxis bleibt selbst hervorragende Forschung oft im „Tal des Todes“ stecken: zwischen einem vielversprechenden Ergebnis im Labor und einem Produkt, das eine Fabrik tatsächlich kaufen würde. Diese Lücke – nicht ein Mangel an Talenten oder Ideen – ist das eigentliche Wettbewerbsrisiko.
Warum der Industriebeirat so wichtig ist
Genau deshalb ist der jüngste Schritt von RIG aus unserer Sicht bedeutsamer, als er zunächst erscheinen mag. Am 14. Juli fand am DLR-Institut für Robotik und Mechatronik bei München die erste Sitzung des Industriebeirats (Industrial Advisory Board, IAB) statt. Er schafft einen dauerhaften, strukturierten Austausch zwischen den Menschen, die die wissenschaftlichen Grundlagen entwickeln, und denen, die sie auf realen Produktionslinien zum Einsatz bringen müssen.
Der Beirat ist bewusst vielfältig besetzt: Große Industrieunternehmen wie Bosch, Siemens, SAP und ABB sitzen mit deutschen Technologieführern wie Dürr Systems, SCHUNK, WITTENSTEIN und Jungheinrich | Magazino sowie dynamischen Robotikunternehmen wie NEURA Robotics, RobCo, Agile Robots und Yardstick Robotics an einem Tisch. Der VDMA vertritt die breitere Maschinenbau- und Automatisierungsbranche. Das erklärte Ziel des Beirats ist es, sicherzustellen, dass sich wissenschaftliche Exzellenz „direkt in wirtschaftliche Stärke und technologische Souveränität übersetzt“. Dafür soll schon heute ein funktionierender Kreislauf entstehen: Forschungscluster zeigen den Stand ihrer Arbeit, die Industrie benennt die betrieblichen Engpässe, deren Lösung wirklich zählt, und gemeinsame Teams entwickeln daraus Technologien, die in Industrieanlagen erprobt werden.
Wir freuen uns, dass Wandelbots – vertreten durch CEO Christian Piechnick – zu den Gründungsmitgliedern dieses Beirats gehört.
Prof. Tamim Asfour, Sprecher des RIG, sagte bei der Ankündigung des Beirats:
„Deutschland gehört zu den weltweit stärksten Nationen in der Robotikforschung. Entscheidend ist jetzt, diese Stärke noch systematischer mit unserer industriellen Basis zu verbinden.“
„Physical AI entfaltet ihren Wert erst, wenn sie das Labor verlässt und in der Fabrik zum Einsatz kommt. Wandelbots wurde gegründet, um genau diese Lücke zu schließen – und der Industriebeirat des RIG soll dazu beitragen, sie zu verkleinern. Unsere Mitarbeit im Beirat gibt uns die Möglichkeit, Deutschlands Forschung von Weltrang in Plattformen, Standards und Unternehmen zu überführen, die das nächste Jahrzehnt der industriellen Robotik prägen: nicht nur hierzulande, sondern als Maßstab für andere Länder.“
— Christian Piechnick, CEO, Wandelbots
Warum es um mehr als einen Beirat geht
Es lohnt sich, die Tragweite klar zu benennen. Die Strategie des RIG beschreibt einen Weg in drei Etappen bis 2040: Bis 2030 sollen deutsche und europäische Roboterplattformen aufgebaut und das RIG ausgebaut werden. Bis 2035 soll Deutschland bei der nächsten Generation KI-gestützter Robotik eine Vorreiterrolle einnehmen. Danach soll es in mehreren Robotiksegmenten eine unangefochtene Position als Anbieter erreichen und globale Standards mitprägen – von ISO über IEC bis IEEE. Dahinter steht das Ziel, dass Deutschland und damit auch Europa die Regeln für Physical AI mitgestalten, statt sie lediglich zu übernehmen.
Ob das gelingt, hängt weit weniger von einem einzelnen Durchbruch in der Forschung ab als davon, ob die Verbindung zwischen Forschung und Industrie auch unter realen Anforderungen funktioniert. Es ist noch früh, und Strukturen wie diese gewinnen ihre Glaubwürdigkeit durch Ergebnisse, nicht durch Ankündigungen. Dass sich Wettbewerber und Partner aus der gesamten deutschen Robotikbranche – von traditionsreichen Mittelständlern bis zu wagniskapitalfinanzierten Herausforderern – an einen Tisch setzen, zeigt jedoch, wie ernst sie diesen Moment nehmen.
Europa verfügt über die wissenschaftlichen Grundlagen für Physical AI. Was bislang fehlt, ist eine koordinierte Brücke vom Labor in die Produktion. Mit seinem Beitritt zum Industriebeirat des RIG setzt Wandelbots darauf, dass diese Brücke nun gebaut wird – und dass die Unternehmen, die heute daran mitarbeiten, prägen werden, wofür „Made in Germany“ in der nächsten Generation der Robotik steht.